Karnivoren “ Blume des Bösen“

Dass es Pflanzen auf dieser Welt gibt, die Insekten anlocken, fangen und dann auch noch „fressen können“ , ist doch fast unglaublich.

Diese faszinierende Pflanzengruppe umfaßt ca. 600 verschiedene Arten. Im Jahre 1770 hat der Botaniker Carl von Linné die erste wissenschaftliche Beschreibung boykottiert, da er nicht akzeptierte, dass es fleischfressende Pflanzen gibt. Erst 100 Jahre später, 1875 hat sich der große Botaniker Charles Darwin gegen seine Kollegen und diverse Widerstände durchgesetzt und eine Monografie veröffentlicht.

Alle die uns vertrauten Pflanzen besitzen Wurzeln, Stämme und Blätter. Durch die Wurzeln entnehmen sie die im Boden aufgelösten Mineralsalze mit den lebenswichtigen Nährstoffen. Da die allermeisten fleischfressenden Pflanzen in sauren, sehr nährstoffarmen Sumpf- und Moorböden leben, haben sie keine Möglichkeit ihre Nährstoffversorgung über die Wurzeln zu gewährleisten.
Durch diesen lebensbedrohenden Mangel an Nahrung waren diese Pflanzen gezwungen, sich dieser extremen Situation anzupassen. Mit unterschiedlichen Fangmethoden können sie Insekten und andere kleine Tiere “ schnappen “ auflösen und sie als Nahrung aufnehmen. Diese Pflanzen produzieren in ihren Fallen Enzyme und Säuren, die den Verdauungsvorgang in Mägen höherer Tiere erstaunlich ähnlich ist.
Nur durch diese in der ganzen Pflanzenwelt einmalige Fähigkeit können diese Pflanzen überhaupt existieren und sich zu zauberhaften Pflanzen entwickeln.

Diese faszinierende Pflanzengruppe umfasst ca. 600 verschiedene Arten.

Lesen Sie im Folgenden mehr über die Gattungen und Arten der Karnivoren

1.) Aktive Klebefallen bilden schleimige Substanzen

 

a) Pinguicula – Fettkraut
  • ca. 86 Arten
  • nur wenige Arten sind winterhart wie:
    • Pinguicula hirtiflora
    • Pinguicula lusitanica
    • Pinguicula vulgaris

Standort: Nieder- und Kalkmoor

b) Drosera – Sonnentau
  • ca. 110 Arten – fast alle sind tropisch
  • Winterhart: Drosera anglica
  • Drosera rotundifolia
  • Drosera intermedia
  • Drosera filiformis
  • Drosera binata

Standort: Hoch-und Heidemoor

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2.) Aktive Klappfallen
  • nur 2 Arten
  • eng verwandt, haben unterschiedliche faszinierende Fangmethoden.
  • Die Venus Fliegenfalle für Darwin die “ wunderbarste Pflanze der Welt“
  • kann mit ihren Klappfallen in Sekunden Insekten wie Wespen, Fliegen, Ameisen usw. fangen.
a) Dionaea muscipula – Venus Fliegenfalle
  • viel verschiedene Klone von Grün bis Dunkelrot, auch unterschiedliche Größe von Klappfallen mit diversen Färbungen.
  • Heimat = South und North Carolina USA
  • Standort: Hochmoor

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b) Aldrovanda – Wasserfalle
  • leben im Wasser
  • fangen Wasserflöhe, Insektenlarven, Schnecken
3.) Aktive Saugfallen
    a) Utricularia – Wasserschlauch
  • ca. 220 Arten, haben die raffiniertesten
  • Fanginstrumente aller Karnivoren, besitzen Fangblasen, die bei Berührung sich blitzschnell öffnen und durch Unterdruck ihre Beute einziehen.
  • Utricularia vulgaris
  • Utricularia cornuta
  • Utricularia intermedia
4.) Passive Grubenfallen …

     … besitzen zahlreiche Nektardrüsen. Durch den Duft (Nektardrüsen) und durch die Farbe der Schläuche werden die Insekten angelockt.

    a) Darlingtonia californica – Kobralilie
  • Diese Gattung besitzt nur eine Art.
  • Die Schläuche haben eine nektarbildende große Zunge
  • Die eigenartigen Blüten sind augenfällig.
  • Darlingtonien sind sehr begehrte Karnivoren.

 

    b) Sarracenia – Schlauchpflanze
  • 8 Arten und 15 Unterarten sowie zahlreiche Varietäten und Naturhybriden
  • die populärste Karnivore im Moorbeet.
  • Die Schläuche variieren in der Höhe je nach Art von 10 bis 90 cm.

     1 ) Sarracenia alata

  • Schlauch schmal
  • Höhe 50/60 cm, Deckel innen teilweise rotgefärbt
  • braucht Wintergewöhnung.

     2.) Sarracenia flava

  • gelbe Schlauchpflanze
  • Schlauch: 35 bis 90 cm hoch
  • trompetenförmig, sehr farbenreich und variabel von grün mit mehr oder weniger starker roter Äderung
  • Schläuche können auch hell bis dunkelgrün oder sogar rotbraun sein
  • Blüte gelb.

     3.) Sarracenia leucophylla

  • bunte Schlauchpflanze
  • die Elegante unter den Sarracenien
  • Schlauch: 50 bis 75 cm
  • untere Schlauchhälfte grün
  • oben weiß mit roten Adern. Blüte rot.

     4.) Sarracenia minor

  • kleine Schlauchpflanze.
  • Schlauch: 30 bis 75 cm
  • grün und nach oben weiße
  • durchscheinende Flecken. ( Fenster )
  • Unverwechselbares Merkmal ist der Papageienschnabelförmige Deckel.
  • Beute: hauptsächlich Ameisen.

     5.) Sarracenia oreophylla

  • Schlauch: Höhe 60 bis 80 cm
  • Farbe Grün, ähnlich wie flava
  • Öffnung größer
  • Deckel breiter
  • innen oft weiß gepudert
  • z.T. mit schwacher Äderung
  • im Herbst rötliche Färbung
  • bildet starke Winterblätter aus (Phyllodien)
  • Sehr selten.

     6.) Sarracenia psittacina

  • Schlauch: Höhe ca 20 bis 28 cm
  • zum Teil auf Boden liegend
  • schmal
  • weinrot mit weißen Flecken
  • Oberteil wie eine Haube gekrümmt
  • Papageienschnabelförmig – schöne exotische Erscheinung
  • Blüte hellrot, selten.

     7.) Sarracenia purpurea

  • purpurblütige Schlauchpflanze,
  • bekannteste und robusteste Gattung.
  • Schlauch: kompakter Wuchs
  • Höhe ca. 15 bis 30 cm
  • Farbe von grün bis dunkelrot mit verschieden starker Äderung
  • Pflanzen können sehr alt werden
  • Unsere Älteste ca. 40 Jahre
  • Verträgt auch sehr naße Standorte.
  • Blüte rosa bis weinrot.

     8.) Sarracenia rubra

  • braune Schlauchpflanze.
  • Schlauch kompakt wachsend
  • Höhe 15 bis 30 cm
  • dünne schlanke Schläuche
  • Der eiförmige Deckel ist schmal und spitz zulaufend
  • Die grünen Schläuche haben längliche, feine kastanienbraune Äderung.
  • Leicht Schattenliebend
  • Blüte broncefarben